16. Januar 2026

Insights Austria #5: Die Stimmung zum Jahreswechsel

Teil 5 der Studienserie „Insights Austria“ von TQS Research & Consulting powered by horizoom
Online-Befragung von n=1.000 Personen aus dem österreichischen horizoom-Panel, repräsentativ quotiert nach Alter, Geschlecht, Bundesland, Bildung im Zeitraum 12.12.-16.12.2025
Studie untersucht, mit welcher Stimmung die ÖsterreicherInnen ins neue Jahr gehen
Teil 5 der Studienserie „Insights Austria“ von TQS Research & Consulting powered by horizoom
Online-Befragung von n=1.000 Personen aus dem österreichischen horizoom-Panel, repräsentativ quotiert nach Alter, Geschlecht, Bundesland, Bildung im Zeitraum 12.12.-16.12.2025
Studie untersucht, mit welcher Stimmung die ÖsterreicherInnen ins neue Jahr gehen

Stimmung in Österreich bleibt angespannt – persönlicher Optimismus hält an

Die aktuelle Stimmungslage in Österreich ist weiterhin von Skepsis und Verunsicherung geprägt. Zwei Drittel der Bevölkerung (66 Prozent) geben an, von den aktuellen Nachrichten, Informationen und gesellschaftlichen Entwicklungen eher bis sehr negativ betroffen zu sein. Trotz dieser kritischen Grundhaltung bleibt der persönliche Blick nach vorne stabil positiv: Ebenfalls 66 Prozent der Österreicher:innen bewerten ihre eigene Entwicklung und ihre persönlichen Zukunftsaussichten als eher bis sehr positiv. Dieser Wert zeigt sich im Vergleich zum Herbst stabil und deutet auf eine ausgeprägte Trennung zwischen individueller Lebensplanung und gesamtgesellschaftlicher Lage hin.

Gespaltenes Vertrauen in Medien – Politik weiterhin mit Vertrauensdefizit

Beim Vertrauen in die Medien zeigt sich ein dauerhaft geteiltes Bild. Während 55 Prozent der Bevölkerung den Medien grundsätzlich vertrauen, äußern 45 Prozent wenig oder gar kein Vertrauen. Besonders bemerkenswert ist, dass 15 Prozent der Befragten den Medien überhaupt nicht vertrauen. Diese Werte haben sich in den vergangenen Monaten kaum verändert und deuten auf eine verfestigte Polarisierung hin.

Noch deutlich kritischer fällt das Urteil über die Politik aus. Das Vertrauen in die politische Führung bleibt auf niedrigem Niveau. Aktuell vertrauen nur rund 25 Prozent der Österreicher:innen darauf, dass die Regierung die richtigen Maßnahmen für das Land setzt. Damit liegt der Wert zwar leicht über dem Tiefstand der Übergangsphase, aber weiterhin deutlich unter einem stabilen Vertrauensniveau. Drei Viertel der Bevölkerung haben nach wie vor wenig bis kein Vertrauen in die politische Führung.

Sicherheitsgefühl erholt sich spürbar

Positiv entwickelt hat sich hingegen das subjektive Sicherheitsgefühl. 69 Prozent der Befragten fühlen sich derzeit eher bis sehr sicher. Damit hat sich die Wahrnehmung der Sicherheitslage im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert. Zwischen März und Juni des vergangenen Jahres erreichte der Anteil jener, die sich unsicher fühlten, mit 38 Prozent einen Höchststand. Die aktuelle Entwicklung deutet auf eine spürbare Erholung und eine stabilisierende Wirkung auf die Gesamtstimmung hin.

Hohe Bindung an Arbeitgeber in unsicheren Zeiten

Auch am Arbeitsmarkt zeigt sich ein klares Bild der Stabilitätsorientierung. 82 Prozent der Berufstätigen planen derzeit keinen Arbeitsplatzwechsel. Gleichzeitig bleibt rund ein Fünftel der Arbeitnehmer:innen mobil und gibt an, innerhalb der kommenden zwölf Monate den Arbeitgeber wechseln zu wollen.

Für Arbeitgeber bleibt Employer Branding damit ein zentrales Thema – sowohl bei der Gewinnung neuer Talente als auch bei der Bindung bestehender Mitarbeiter:innen. Vor dem Hintergrund finanzieller Knappheit in vielen Haushalten sind eine faire Bezahlung, Jobsicherheit sowie flexible Arbeitszeitmodelle inklusive Home-Office weiterhin die entscheidenden Kriterien für einen attraktiven Arbeitgeber.

Finanzlage stabilisiert sich leicht – Spielräume bleiben begrenzt

Die Einschätzung der eigenen finanziellen Situation zeigt eine leichte Stabilisierung, bleibt jedoch insgesamt angespannt. Etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung (54 Prozent) bewertet die eigene finanzielle Lage positiv. Gleichzeitig gibt jede:r Achte (13 Prozent) an, finanziell nur schwer über die Runden zu kommen. Fast die Hälfte der Österreicher:innen (49 Prozent) berichtet, weniger Geld für das tägliche Leben zur Verfügung zu haben.

Beim Sparverhalten zeigt sich ein gemischtes Bild: Für ein Drittel der Bevölkerung hat sich das Sparverhalten nicht verändert, 22 Prozent können mehr sparen als im Vorjahr, während 45 Prozent angeben, weniger Geld zur Seite legen zu können. Die stärksten Belastungen werden weiterhin in zentralen Lebensbereichen wie Lebensmitteln, Energie, Gastronomie und Treibstoff wahrgenommen. Als Reaktion darauf ziehen immer mehr Konsument:innen Konsequenzen und wechseln gezielt Anbieter – insbesondere bei Strom, Telekommunikation, Internet und Versicherungen.

Nachhaltigkeit bleibt relevant – Skepsis gegenüber Klimaschutz hoch

Nachhaltigkeit bleibt für viele Österreicher:innen ein wichtiges Thema im Alltag. 45 Prozent geben an, dass nachhaltige Aspekte ihre Konsum- und Mobilitätsentscheidungen spürbar beeinflussen. Gleichzeitig bleibt die Skepsis gegenüber den Auswirkungen aktueller Klimaschutzmaßnahmen hoch. 41 Prozent der Befragten zweifeln daran, dass diese langfristig positiven Effekte auf die Zukunft haben werden. Lediglich 12 Prozent zeigen sich optimistisch in Bezug auf den derzeitigen Stand der Klimaschutzmaßnahmen.

Sozialer Zusammenhalt nimmt deutlich ab

Besonders kritisch entwickelt sich die Wahrnehmung des sozialen Zusammenhalts. Der Anteil jener, die das soziale Miteinander und die gegenseitige Unterstützung in Österreich negativ bewerten, ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen – von 50 Prozent im März über 58 Prozent im Juni und 66 Prozent im September bis auf zuletzt 69 Prozent. Gleichzeitig ist der Anteil positiver Bewertungen im selben Zeitraum von 50 auf nur noch 30 Prozent gesunken. Diese Entwicklung verdeutlicht eine zunehmende gesellschaftliche Polarisierung und eine wachsende Sorge um das soziale Miteinander.

Fazit: Gesellschaftlich skeptisch – persönlich zuversichtlich

Insgesamt zeigt sich ein vielschichtiges Stimmungsbild: Während Misstrauen, Kostenbelastungen und gesellschaftliche Spannungen das öffentliche Klima prägen, bleibt die Mehrheit der Österreicher:innen im persönlichen Bereich bemerkenswert zuversichtlich. Sicherheit, Arbeitsplatzstabilität und individuelle Zukunftspläne wirken dabei als zentrale Anker in herausfordernden Zeiten.

Weitere Details zur Studie inklusive Chartbericht: https://www.blog.tqs.at