Insights Austria
TQS Research & Consulting führt seit 2024 gemeinsam mit dem Online-Access-Panel horizoom eine regelmäßige Befragung von 1.000 Österreicher:innen zu verschiedenen gesellschaftlich relevanten Themen durch. Die Studie liefert aktuelle Einblicke in die Stimmungslage der Bevölkerung – von Politik und Medien über Arbeitswelt und finanzielle Situation bis hin zur Gesundheit. In der vorliegenden Erhebung wurden erstmals neben der klassischen Befragung von Österreicher:innen auch 1.000 Deutsche befragt, um neben dem österreichischen Wellenvergleich einen Ländervergleich zu ermöglichen.
Fußball WM 2026 – gemäßigtes Interesse in Österreich und Deutschland – Spanien wird Weltmeister!
Weniger als 3 Monate vor Beginn der Fußball-WM 2026 geben nur knapp ein Drittel der Befragten in Österreich (31%) und Deutschland (31%) an, großes oder sehr großes Interesse an dem Sportereignis zu haben (Top-Box 1-2). Ein weiteres Drittel muss man erst noch überzeigen, während der Rest (AUT 33%, BRD 28%) meint, sie wissen heute schon, dass sie das Ereignis sicher nicht verfolgen werden und man ist sich sogar einig, es ist für das eigene Land unwichtig (32%). Ein Live-Besuch der Spiele in den USA, Kanada oder Mexico ist nicht geplant! Die Mehrheit in beiden Ländern gibt an, die WM zu Hause am Fernseher ansehen zu wollen (53 % in AT, 50 % in DE). 19 % der Österreicher:innen wollen die WM beim Public Viewing verfolgen, während es unter den Deutschen 14 % sind.
4 Wochen Krieg in Nahost – große Beunruhigung in Deutschland und Österreich
Die große Mehrheit – etwa 9 von 10 Bewohner:innen – in Deutschland und Österreich sind besorgt über die Entwicklungen im Iran und der Region. Nur ca. 12% bleiben in beiden Ländern scheinbar unbeeindruckt und sorgen sich nicht.
Hauptverantwortung für den Konflikt wird in Deutschland und Österreich gleich verortet: ca. 40 % in beiden Ländern sehen mehrere Länder gleichermaßen verantwortlich für den Konflikt. Die USA werden mit 28 % (AT) bzw. 26 % (DE) an zweiter Stelle genannt. Iran und Israel werden ca. von jede:r Zehnten als Hauptverantwortliche genannt.
Bevölkerungen in AT und DE finden Militärische Angriffe gegen Iran tendenziell nicht gerechtfertigt; Mehrheit glaubt nicht an langfristige Lösung durch Militärschläge:
Polarisierte Einstellung zu Angriffen: In Deutschland sehen 28 % die militärischen Angriffe gegen den Iran als eher oder sehr gerechtfertigt, während in Österreich 25 % diese Einschätzung vertreten. 27 % der Österreicher:innen und Deutschen können dazu keine Angabe machen. Dies widerspiegelt ein polarisierendes Thema, wenn auch mit Tendenz zur Einstellung, dass die Angriffe nicht gerechtfertigt sind.
Im Gegensatz dazu beantworten drei Viertel der Österreicher:innen und der Deutschen die Frage, ob man glaubt, dass militärische Maßnahmen den Konflikt langfristig lösen können, klar mit „Nein“. Nur 8 % (AT) bzw. 9 % (DE) halten die militärischen Maßnahmen für eine langfristige Lösung.
Was die Folgen des Konflikts angeht, sind die Sorgen der Österreicher:innen und der Deutschen fast ident. Mit ca. 75 % bereiten steigende Energiepreise wie der Ölpreis am meisten Sorgen, dicht gefolgt mit Sorgen um die Inflation bzw. wirtschaftliche Folgen für Europa bzw. für Österreich/Deutschland (je 71 %). Gute 60 % in beiden Ländern sorgen sich um einen größeren internationalen Krieg sowie die Erhöhung der Terrorgefahr in Europa in Folge der Konflikte im Nahen Osten. Angst vor Flüchtlingsbewegungen aus der Region werden an sechster Stelle in Österreich (54 %) und an siebter Stelle in Deutschland (50 %) als Sorge genannt.
Einfluss des Kriegs auf Reisepläne: Unter den Befragten unterscheiden sich Deutsche und Österreicher:innen bezüglich der Einschränkung von Reiseplanungen durch den Konflikt. Auf die Frage, ob der aktuelle Krieg in Nahost die Reiseplanung für 2026 beeinflusst, geben 15% der Deutschen an, dass sie sehr stark oder eher stark beeinflusst wurden, bei den Österreicher:innen sind es 21%. Je mehr als 60 % in beiden Ländern geben aber an, eher nicht oder überhaupt nicht dieses Jahr im Reiseverhalten beeinflusst zu sein.
Was das zukünftige Reiseverhalten betrifft, geben ca. die Hälfte der befragten Deutschen an, dass politische Konflikte eher starken oder sehr starken Einfluss haben werden, unter den befragten Österreicher:innen sind es sogar knapp 60 %.
Was das zukünftige Reiseverhalten betrifft, geben ca. die Hälfte der befragten Deutschen an, dass politische Konflikte eher starken oder sehr starken Einfluss haben werden, unter den befragten Österreicher:innen sind es sogar knapp 60 %.
Der ESC 2026 in Österreich – ausbaufähige Begeisterung, umstrittene Teilnehmerländer
Von den Österreicher:innen geben aktuell 44 % an entweder sehr positiv oder eher positiv zum ESC 2026 in Wien zu stehen, 38 % dagegen eher negativ oder sehr negativ, der Rest hat keine Meinung. Ähnlich gemischt sieht bei der Frage aus, ob sich der ESC wirtschaftlich für Österreich lohnt: 46 % sagen „sehr“ oder „eher“, eine knappe Mehrheit (53 %) drückt diesbezüglich Skepsis aus.
Wenig Interesse an einem Besuch vor Ort – Gerade einmal 5 % antworten, dass sie entweder „eher wahrscheinlich“ oder „sehr wahrscheinlich“ hingehen möchten.
Polarisierende Teilnehmerländer Israel und Russland: Wir haben die Österreicher:innen gefragt, wie sie jeweils zur Teilnahme bzw. zum Ausschluss der Kandidaten Israels und Russlands stehen. Einen Ausschluss Israels vom ESC befürworten aktuell 33 % der Österreicher:innen. Demgegenüber stehen 31 %, die sich gegen ein solchen Ausschluss aussprechen. 36 % können dazu keine Angabe machen. Das Bild zeigt sich ähnlich bei der Frage zum Ausschluss Russlands, wenn auch etwas weniger zugespitzt. 47 % der Österreicher:innen vertreten die aktuelle Entscheidung, dass Russland nicht am ESC teilnehmen darf, während sich 26 % für eine Aufhebung des Ausschlusses aussprechen. 28% geben keine klare Position ab.
Nutzung von KI weiter auf dem Vormarsch
Fast die Hälfte der Österreicher:innen und der Deutschen geben an, KI-Anwendungen mehrmals pro Woche bis täglich zu verwenden, was für eine Implementierung von KI im Alltagsleben von großen Teilen der Bevölkerung spricht. Nur 12 % der Österreicher:innen und 14 % der Deutschen geben dagegen an, KI-basierte Anwendung nie zu benutzen.
Beim Vertrauen in KI gibt es klar geteilte Meinungen in beiden Ländern. Knapp mehr als 50 % vertrauen KI-gestützten Anwendungen „eher“ bis „sehr“, die andere Hälfte der Bevölkerung drückt Skepsis aus.
Positiver Einfluss auf Alltag überwiegt: Der größte Anteil der Österreicher:innen (42 %) und der Deutschen (43 %) gibt an, den Einfluss von KI als „neutral“ wahrzunehmen. 35 % in Österreich und 37 % in Deutschland sprechen von einem positiven Einfluss von KI auf den Alltag.
KI-Nutzung wird weiter zunehmen: Mehr als die Hälfte der Österreicher und der Deutschen glauben, dass sie KI-Anwendungen in Zukunft etwas bis viel häufiger nutzen werden (59 % in AT, 54 % in DE). Nur ein Zehntel der Bevölkerung plant in Zukunft keine KI zu nutzen.
Vertrauen in Medien und Politik in Österreich und Deutschland ähnlich durchwachsen:
Den MEDIEN vertrauen die österreichische und die deutsche Bevölkerung mehrheitlich (54 % in AT und 58 % in DE). Der POLITIK bzw. der Bundesregierung vertrauen in Österreich nur 26 %, in Deutschland nur 23 %. 74 % der Österreicher und 77 % der Deutschen geben an, der Politik eher bis überhaupt nicht zu vertrauen.
Österreich:innen fühlen sich sicherer
Beim Thema Sicherheit unterscheiden sich die österreichische und die deutsche Bevölkerung signifikant. 70 % der Österreicher:innen geben an sich sicher bis sehr sicher zu fühlen, während das von den deutschen nur knapp mehr als die Hälfte über sich sagen (54 %).
Maßnahmen in Bezug auf Spritpreise wecken wenig Hoffnung
Die von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen zur Begrenzung der Spritpreise stoßen in der Bevölkerung auf deutliche Skepsis. Eine klare Mehrheit von 84 Prozent hält die Eingriffe für eher nicht oder überhaupt nicht wirksam, während nur 16 Prozent ihnen eine gewisse Wirkung zuschreiben. Besonders auffällig ist der hohe Anteil von 48 Prozent, die die Maßnahmen als völlig wirkungslos bewerten. Der Durchschnittswert von 3,29 auf einer Skala von 1 („sehr wirksam“) bis 4 („überhaupt nicht wirksam“) unterstreicht diese kritische Haltung. Insgesamt zeigt sich damit ein deutliches Meinungsbild: Die aktuellen Maßnahmen werden von der Bevölkerung überwiegend nicht als geeignet angesehen, die Spritpreise wirksam zu begrenzen.
Top-Preistreiber sind Lebensmittel, Treibstoff und Energie
Die aktuelle Entwicklung der Inflationswahrnehmung zeigt, dass steigende Preise in zentralen Lebensbereichen sowohl in Österreich als auch in Deutschland deutlich spürbar sind – mit Kraftstoffen als einem der wichtigsten Treiber. In Österreich ist der Anteil jener, die die Teuerung bei Benzin und Diesel besonders wahrnehmen, seit Dezember 2025 stark von 44 auf 75 % gestiegen. Auch in Deutschland liegt dieser Wert mit 73 % auf ähnlich hohem Niveau, was die hohe Relevanz von Spritpreisen in beiden Ländern unterstreicht.
Darüber hinaus zeigen sich auch bei anderen Ausgabenkategorien Parallelen, aber auch Unterschiede: Lebensmittel werden in beiden Ländern am häufigsten als Preistreiber genannt (85 % in Österreich, 84 % in Deutschland) und liegen damit klar an der Spitze. Bei Energie (Strom, Gas, Heizung) ist die Wahrnehmung ebenfalls vergleichbar hoch (60 % in Österreich, 62 % in Deutschland). Unterschiede zeigen sich hingegen bei einzelnen Dienstleistungsbereichen: So wird etwa die Gastronomie in Österreich stärker als Teuerungstreiber wahrgenommen (57 % vs. 52 %), während in Deutschland persönliche Dienstleistungen (37 % vs. 31 %) sowie Reparaturen und Handwerksleistungen (35 % vs. 30 %) etwas häufiger genannt werden.
Insgesamt zeigt sich ein weitgehend ähnliches Inflationsmuster in beiden Ländern, mit leichten Abweichungen in einzelnen Bereichen. Besonders auffällig bleibt jedoch die dynamische Entwicklung bei den Spritpreisen in Österreich sowie deren insgesamt hohe Relevanz für die Wahrnehmung der Teuerung in beiden Ländern.
Weitere Details zur Studie inklusive Chartbericht: https://www.blog.tqs.at
Über TQS Research & Consulting KG
www.tqs.at
TQS verbindet Beratung und Marktforschung, um maßgeschneiderte Lösungen und Instrumente für Kund:innen zu entwickeln und ihre Entscheidungen zu unterstützen, um erfolgreich am Markt zu sein. TQS Research & Consulting KG wurde 1997 nach einem erfolgreichen FWF-Forschungsprojekts des Instituts für Marketing Management an der Wirtschaftsuniversität Wien und des Instituts für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Wien gegründet. Seit mehr als zwei Jahrzehnten setzt TQS erprobte Instrumente und Konzepte erfolgreich in der Praxis um und entwickelt neue Methoden für die Fragestellungen der Kund:innen.
Über horizoom GmbH
www.horizoom.de
horizoom wurde 2023 gegründet mit dem Ziel, als datengestützter Online-Access-Panelanbieter Qualität, Service und echte Mehrwerte für KundInnen zu schaffen. Dabei denken und handeln wir ‚people first‘: Wir sind überzeugt, dass nur der faire, respektvolle Umgang mit Menschen entlang des gesamten Forschungsprozesses zu ehrlichen und engagierten Antworten und damit wertvollen Insights führen kann. Die horizoom GmbH ist nach ISO 20252:2019 zertifiziert, mit derzeit 34 MitarbeiterInnen inhabergeführt und unabhängig und hat ihren Firmensitz in Berlin sowie eine weitere Präsenz in Köln. Als Mitglied der Verbände ADM, BVM, DGOF, ESOMAR und VMÖ ist horizoom der Einhaltung der anerkannten Branchenstandards des Berufsstandes der Markt- und Sozialforscher vom Rat der Deutschen Marktforschung e.V. sowie dem internationalen ICC/ESOMAR-Kodex verpflichtet.
[Titelbild mit KI erstellt]