Kurz vor Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko hält sich die Vorfreude in Österreich und Deutschland in Grenzen. Auffällig ist die gegenläufige Entwicklung: Während in Deutschland die Begeisterung anzieht, bleibt diese in Österreich auf gemäßigtem Niveau. Das zeigt die aktuelle Welle der Studienserie von TQS Research & Consulting in Kooperation mit dem Online-Access-Panel horizoom unter jeweils 1.000 Befragten in beiden Ländern.
Die drei wichtigsten Ergebnisse:
-> Interesse läuft auseinander: In Deutschland steigt das große Interesse an der WM binnen drei Monaten von 31 auf 35 Prozent, in Österreich sinkt es leicht von 31 auf 29 Prozent.
-> Spanien bleibt vorne – aber knapper: 15 Prozent (AT) bzw. 14 Prozent (DE) tippen auf Spanien als Weltmeister. In Deutschland hat Frankreich seit März von 7 auf 14 Prozent zugelegt und liegt nun gleichauf.
-> Kanada gilt als sicher (94 % AT, 92 % DE), die USA gespalten und Mexiko klar kritisch – rund drei Viertel halten die Lage in Mexiko für unsicher.
Nur jeder Dritte blickt mit großer Vorfreude auf die WM
In der aktuellen Juni-Messung geben in Österreich 29 Prozent und in Deutschland 35 Prozent der Befragten großes oder sehr großes Interesse an der Fußball-WM 2026 an. Mehr als ein Drittel der Österreicher:innen (37 %) und knapp drei von zehn Deutschen (29 %) bezeichnen ihr Interesse hingegen als sehr gering. Der Zeitvergleich macht die Bewegung sichtbar: In Deutschland kletterte der Anteil der besonders Interessierten seit März von 31 auf 35 Prozent, in Österreich ging er von 31 auf 29 Prozent leicht zurück.
In Österreich zeigt sich zudem ein deutlicher Geschlechterunterschied: Männer interessieren sich klar stärker für die WM als Frauen, und auch die persönliche Wichtigkeit der Teilnahme fällt bei ihnen spürbar höher aus – beide Unterschiede sind statistisch signifikant. Einig sind sich die Geschlechter dagegen bei der Bedeutung der Teilnahme für das Land: Hier liegen Männer und Frauen praktisch gleichauf.
Geschaut wird vor allem daheim – Public Viewing bleibt Randthema
Verfolgt wird die WM -speziell auch aufgrund der Spielzeiten- überwiegend vor dem Bildschirm. In Deutschland wollen 56 Prozent am Fernseher oder per Streaming zusehen, mehr als im März (50 %). In Österreich ist es mit 46 Prozent umgekehrt etwas weniger als im Frühjahr (53 %); zugleich steigt dort der Anteil jener, die die WM „gar nicht“ verfolgen wollen, von 33 auf 37 Prozent. Public Viewing spielt in beiden Ländern nur eine Nebenrolle (AT 14 %, DE 13 %), ein Besuch vor Ort in Nordamerika ist mit rund einem Prozent praktisch kein Thema.
Eigene Nationalmannschaft bleibt der entscheidende Faktor
Für das persönliche Interesse zählt die Teilnahme des eigenen Teams weiterhin am meisten. Rund die Hälfte der Befragten bewertet sie als eher oder sehr wichtig (Österreich: 47 %, Deutschland: 51 %). Noch höher wird die Bedeutung für das eigene Land eingeschätzt: 58 Prozent der Österreicher:innen und 52 Prozent der Deutschen sehen in der Teilnahme ihres Landes eine eher große oder sehr große Bedeutung.
Deutschland blickt optimistischer auf das eigene Team
Die Deutschen schätzen die Chancen ihrer Nationalmannschaft deutlich positiver ein als die Österreicher:innen. Während Österreich vor allem mit einem Erreichen der K.-o.-Phase rechnet, trauen die Deutschen ihrem Team deutlich häufiger einen tiefen Turnierverlauf bis ins Viertel- oder Halbfinale zu. Auch an einen WM-Titel glauben in Deutschland dreimal so viele Befragte wie in Österreich.
Spanien bleibt Top-Favorit – in Deutschland zieht Frankreich gleich
Beim Tipp auf den Weltmeister wird Spanien in beiden Ländern am häufigsten genannt: 15 Prozent der Österreicher:innen und 14 Prozent der Deutschen. In Deutschland hat sich das Bild seit März allerdings verschoben – Frankreich klettert von 7 auf 14 Prozent und liegt nun nahezu gleichauf mit Spanien. Die eigene Mannschaft sehen 12 Prozent der Deutschen vorne, während nur rund 3 Prozent der Österreicher:innen dem eigenen Team den Titel zutrauen. Auffällig in beiden Ländern: Über 40 Prozent legen sich auf keinen Favoriten fest.
Gemischte Gefühlslage: Spannung und Gemeinschaft, aber auch Gleichgültigkeit
Bei den Emotionen rund um die WM nennen die Deutschen am häufigsten Spannung (40 %) und Gemeinschaft (38 %). In Österreich liegen Gleichgültigkeit (35 %), Spannung (34 %) und Nationalstolz (34 %) eng beisammen – ein Hinweis darauf, dass die Stimmung breit gestreut, aber nirgends überschwänglich ist. Offene Ablehnung äußert nur eine Minderheit (AT 11 %, DE 12 %).
Kanada gilt als sicher – USA und Mexiko werden kritischer gesehen
Die Sicherheitslage in den Gastgeberländern wird unterschiedlich bewertet. Kanada genießt großes Vertrauen: 94 Prozent der Österreicher:innen und 92 Prozent der Deutschen halten die Lage dort für eher oder sehr sicher. Skeptischer fällt das Urteil über die USA aus – 47 Prozent (AT) bzw. 53 Prozent (DE) sehen die Lage als eher oder sehr unsicher. Am kritischsten wird Mexiko bewertet: Rund drei Viertel der Befragten in beiden Ländern stufen die Sicherheitslage dort als eher bis sehr unsicher ein.
Studienprofil: Insights Austria
Seit 2024 führt TQS Research & Consulting in Zusammenarbeit mit dem Online-Access-Panel horizoom regelmäßig eine Umfrage unter 1.000 Österreichern und 1.000 Deutschen zu verschiedenen gesellschaftlich relevanten Themen durch. Die Studie liefert aktuelle Einblicke in die öffentliche Meinung – von Politik und Medien bis hin zu Arbeitswelt, finanzieller Situation und Gesundheit. Für diese Studie wurden im Juni 2026 1.000 Personen im Alter von 16 bis 65 Jahren in Österreich und Deutschland online befragt. Die Stichproben sind repräsentativ und nach Alter, Geschlecht, Region und Bildungsstand gewichtet. Die Umfrage wurde vom 2. bis 8. Juni 2026 über die Online-Access-Panels der horizoom GmbH durchgeführt.
Weitere Details zur Studie, einschließlich eines Diagrammberichts: https://www.blog.tqs.at
Über TQS Research & Consulting KG
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TQS verbindet Beratung und Marktforschung, um maßgeschneiderte Lösungen und Instrumente für Kunden zu entwickeln und deren Entscheidungsfindung zu unterstützen, um Markterfolg sicherzustellen. Die TQS Research & Consulting KG wurde 1997 im Anschluss an ein erfolgreiches FWF-Forschungsprojekt gegründet, das vom Institut für Marketingmanagement der Wirtschaftsuniversität Wien und dem Institut für Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität Wien durchgeführt wurde. Seit mehr als zwei Jahrzehnten setzt TQS bewährte Instrumente und Konzepte erfolgreich in der Praxis um und entwickelt neue Methoden, um den spezifischen Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden.
Über die horizoom GmbH
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horizoom wurde 2023 mit dem Ziel gegründet, als datengesteuerter Anbieter von Online-Access-Panels Qualität, Service und echten Mehrwert für Kunden zu schaffen. Dabei denken und handeln wir nach dem „People First“-Ansatz: Wir sind davon überzeugt, dass nur eine faire und respektvolle Behandlung der Menschen während des gesamten Forschungsprozesses zu ehrlichen und engagierten Antworten – und damit zu wertvollen Erkenntnissen – führen kann. Die horizoom GmbH ist nach ISO 20252:2019 zertifiziert, inhabergeführt und unabhängig, beschäftigt 34 Mitarbeiter und hat ihren Hauptsitz in Berlin sowie eine weitere Niederlassung in Köln. Als Mitglied der Verbände ADM, BVM, DGOF, ESOMAR und VMÖ verpflichtet sich horizoom zur Einhaltung der anerkannten Branchenstandards der Markt- und Sozialforschung, wie sie vom Rat der Deutschen Marktforschung e.V. und dem internationalen ICC/ESOMAR-Kodex festgelegt wurden.
[Titelbild mit KI erstellt]